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Verwaltungsgemeinschaft Mistelbach  |  E-Mail: poststelle@vg-mistelbach.bayern.de  |  Online: http://www.vg-mistelbach.de

Männergesangverein Mistelbach

 

1. Vorsitzender: Hans-Peter Bär Am Graben 4 a, 95511 Mistelbach (09201) 9187370
2. Vorsitzender: Georg Weydenhammer Brunnenberg 1, 95511 Mistelbach (09201) 1456
Chorleiterin: Heidrun Kamphausen

 

Geschichte Der Verein wurde im Jahr 1888 von 16 Mistelbacher Männern aus allen Bevölkerungsschichten gegründet. 1910 wurde für 385 Goldmark eine Vereinsfahne angeschafft. 1938 bestand der Verein aus ca. 50 aktiven Sängern. Der Zweite Weltkrieg unterbrach den Singstundenbetrieb bis 1945. In dieser Zeit wurde auch die Vereinsfahne durch amerikanische Soldaten entwendet. Erst 1957 kam die Fahne über unzählige Irrwege nach Mistelbach zurück. Im Jahre 1963 übernahm Richard Meyer die Vorstandschaft und blieb bis zum Tode im November 1997 erster Vorstand. In diesen 34 Jahren leistete er sehr viel für den Verein.
Beantragung der Mitgliedschaft bei der Vorstandschaft
Mitgliedsbeitrag im Jahr 4,00 Euro
Mitglieder

zur Zeit 100, davon 31 aktive Sänger einschließlich 6 Ehrenmitgliedern, die alle länger als 35 Jahre singen; 68 passive bzw. fördernde Mitglieder und Chorleiter Ekkehard Nicolai

Veranstaltungen Durch regelmäßige Proben bereitet sich der Chor für Konzerte und andere musikalische Veranstaltungen vor. Auch halten wir Liederabende ab, singen in den Kirchen oder bei der Gemeinde. Oft sitzen wir im geselligen Kreise bei einer Brotzeit und einem Fass Bier. Wir organisieren alle Jahre das weit über Mistelbachs Grenzen hinaus bekannte Schupfenfest und machen, wenn möglich, auch jährlich unseren Vereinsausflug.
Singstunde jeweils am Dienstag um 20.00 Uhr im Gemeindehaus.
Mistelbach, 15.09.1999 gez. Georg Weydenhammer, 1. Vorstand

 

 

Aus der Chronik  (nach G. Weydenhammer)

Im Jahre 1888 setzten sich in Mistelbach 16 Männer aus allen Bevölkerungsschichten zusammen, um einen Gesangverein zu gründen. Erster Dirigent war der Lehrer Martin Stahlmann, der mit seiner Violine den Ton angab. 1896 wurde eine Satzung aufgestellt, deren Bestimmungen zum Großteil heute noch gelten. Der damalige Vorstand, Georg Maisel, verwaltete sein Amt bis 1925, also fast 30 Jahre lang.

 

 

 

1910 wurde für 385 Goldmark eine Vereinsfahne angeschafft, die am 11. Juni 1911 im Garten des Sängers Peter Freiberger geweiht wurde. Der Gesangverein Neudrossenfeld übernahm die Patenschaft. Der Liter Bier wurde damals für 18 Pfennige verkauft. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bestand der Verein (1920) bereits wieder aus 20 aktiven Sängern. 1928 wurde das 40jährige Gründungsfest abgehalten. Die abendlichen Tanzveranstaltungen fanden beim Schlosswirt und im Großmannssaal statt.

 

 

 

Am 1. Januar 1937 trat der Verein dem "Fränkischen Sängerbund" bei.

 

Das für 1938 anstehende 50jährige Jubiläum musste wegen der damals herrschenden Maul- und Klauenseuche verschoben werden, wurde dann aber noch im kleineren Kreise am 19.11.1938 abgehalten. Der Chor hatte die stattliche Zahl von 50 Sängern erreicht. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Aktivitäten der Sänger ein zweites Mal. Nach dessen Ende im Mai 1945 war zunächst eine Wiederaufnahme des Vereinslebens nicht möglich, denn die Mehrzahl der aktiven Sänger befand sich in der Kriegsgefangenschaft, einige Mitglieder waren gefallen. Außerdem waren Vereinsgründungen durch eine Verfügung der Besatzungsmacht USA verboten. Die Vereinsfahne war als Souvenir von amerikanischen Soldaten mitgenommen worden.

 

Es dauerte bis zum 02. Januar 1948, als der Gesangsverein durch 20 Personen im alten Vereinslokal, der Schlosswirtschaft, wieder ins Leben gerufen wurde. Die Versammlungsleitung lag in den Händen des altbewährten Sängers Peter Opel. Erster Vorstand wurde Lorenz Nützel, erster Schriftführer Hans Wendel. Hauptlehrer Wilhelm Jahn, der als Chorleiter bereits ab 1936 bis zum Kriegsende tätig war, erklärte sich bereit, die Dirigentschaft wieder zu übernehmen.

 

 

1950

zählte der Verein 42 aktive Sänger. Damit war die Voraussetzung für das etwas verspätete Stiftungsfest gegeben, das dann auch am 27. Mai 1951 durchgeführt wurde. Unser Verein wurde Mitglied der "Sängergruppe Hummelgau", der er noch heute angehört. Durch diesen Beitritt konnten wir uns an den überörtlichen Veranstaltungen dieser Sängergruppe beteiligen.

 

 

 

Der 23. März 1957 bleibt ein besonderer Ehrentag in unserer Vereinsgeschichte, denn an diesem Tag kehrte unsere Vereinsfahne nach langen Irrwegen heim. Sie war im Juli 1945 in Niederösterreich von einem Bediensteten der österreichischen Stromversorgung, Herrn Thomas Chvatlina, an der Demarkationslinie zwischen russischen und amerikanischen Truppen gefunden und unter schwierigen Umständen geborgen worden. Wahrscheinlich diente sie als Wertobjekt bei Tauschgeschäften zwischen den verbündeten Soldaten. Alle Bemühungen des Finders, den Eigentümer der Fahne zu ermitteln, schlugen fehl. Die Annahme, die Fahne stamme aus der Stadt Mistelbach in Niederösterreich, erwies sich als falsch. Erst 1955 erfuhr Herr Chvatlina, dass es auch in Bayern ein Mistelbach gibt. Nun konnte die Verbindung mit dem Eigentümer, dem Männergesangverein Mistelbach, durch den österreichischen Sängerbund, der die Fahne zu treuen Händen übernommen hatte, hergestellt werden.

 

Am 23. März 1957 wurde die Fahne im feierlichen Rahmen im Großmannssaal offiziell übergeben. Herr und Frau Chvatlina wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. 1977 verstarb Herr Chvatlina. Eine Fahnenabordnung des Vereins nahm an seiner Beerdigung bei Steyr in Niederösterreich teil. Mit der heimgekehrten Fahne feierten wir 1958 unser 70jähriges und 1964 das 75jährige Jubiläum. 1969 war Frau Chvatlina Ehrengast unseres 80jährigen Wiegenfestes.

 

In diesen Jahren traten mancherlei Sorgen um das Weiterbestehen des Vereins auf. Immer weniger junge, geeignete Sänger fanden sich bereit, dem Verein beizutreten. Zum Glück war es gelungen, im Jahr 1963 die Stelle des ersten Vorstands mit einem dynamischen jungen Sänger zu besetzen: Richard Meyer, der danach über 34 Jahre den Verein leitete, ist es zu verdanken, dass der Gesangverein wieder aufblühte. Er kümmerte sich um die Heranführung von Sängernachwuchs und aktivierte dadurch das Vereinsleben maßgeblich.

 

Neben unseren vielseitigen Einsätzen bei Beerdigungen, Geburtstagen, kirchlichen Feiern, auf Sängerfesten und Liederabenden wurden und werden zur Pflege der Geselligkeit viele Ausflüge, Vereins-Faschingsfeiern, Garten- und Garagenfeste veranstaltet. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei der "Nussbaam" im Garten des 1. Vorstands ein, der zum Markenzeichen fröhlichen Vereinslebens wurde. Finkenmühle, Kochsacker- und Habla-Kerwa waren jährliche festliche Höhepunkte. Ein Fest für die ganze Dorfbevölkerung ist unser alljährliches Schupfenfest in "Kühn's Kulturstadl". Der Einsatz aller Vereinsmitglieder sorgt jedes Jahr für das Gelingen dieses kulinarischen Abends. Besonderes Lob gebührt dem Leiter der Musikkapelle, Fritz Stahlmann, und dem Zeremonienmeister am eigens für dieses Fest in Eigenarbeit gebauten Saugrill, Bernhard Bär.

 

Am 07. 05.1978 feierten wir unser 90jähriges Jubiläum, verbunden mit einem Sängerfest der "Sängergruppe Hummelgau". Unser Ehrenmitglied, Frau Ina Chvatlina, ließ es sich nicht nehmen, aus Österreich anzureisen.

 

Unser 100jähriges Jubiläum begingen wir, verbunden mit einem großen Festprogramm, am 23.07.1988. Dieses Fest dürfte als die bedeutendste bzw. bestbesuchteste Veranstaltung in unserer Vereinsgeschichte gelten.

 

Eine besonders glückliche Hand hatte Richard Meyer bei der Wahl seiner Chorleiter. Oberlehrer Heinrich Seel aus Eckersdorf (von 1966 bis 1976) und Rektor Ekkehard Nicolai ( ab 1978) verstanden es, mit viel Geduld, künstlerischem Engagement und Idealismus das Niveau des Chores auf den heutigen Stand zu bringen.

 

Mit dem Gesangverein aus Jettenburg bei Tübingen verbindet uns seit 1986 eine freundschaftliche Beziehung. Sie kam durch unseren Sängerkameraden Georg Kamphausen zustande. Ein Kameradschaftsabend im TSV-Sportheim wurde ein Jahr später mit dem Besuch des Sängerfestes in Jettenburg beantwortet.

Leider gibt es nicht immer Anlass zum Feiern, sondern auch Schattenseiten zu ertragen. So starb am 22.11.1997 für uns völlig überraschend unser Richard Meyer - nach über 34 Jahren als 1. Vorstand.! Wir werden ihm, dem unser Verein soviel Gutes zu verdanken hat, immer ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Mistelbach, im September 1999

gez. Georg Weydenhammer, 1. Vorstand

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